Am 6.12.2020 um 19:04 wiederholt WDR unser Feature "Climate Fiction".

Der Roman New York 2140 neben einer Buddha Figur auf einem kleinen Tisch im Garten von Kim Stanley Robinson

Climate Fiction

Hurrikan Katrina hat 2005 die Golfküste im Südosten der USA stark verwüstet, 2012 kam Sandy bis nach New York, 2017 zog Irma zerstörerisch über Florida. Solche Tragödien haben in der Literatur sogar ein eigenes Genre begründet: CliFi

Gerade in den USA, wo das Thema Klimawandel immer noch zu heftigen Kontroversen führt, hat sich Climate Fiction oder auch Climate Change Fiction als Strömung etabliert. Die Referenz zu SciFi - also Science Fiction - ist gewollt: Einer der wichtigsten Climate Fiction Autoren kommt aus der SciFi-Tradition: Kim Stanley Robinson. Robinson, berühmt für seine "Mars Trilogie", leuchtet in vielen seiner Romane die wissenschaftliche, technische und politische Seite des Klimawandels aus. In seinem Roman "New York 2140" (2018) verlegt er die Handlung in eine nicht allzu ferne Zukunft, in der der Atlantik um 15 Meter angestiegen ist und die Stadt überflutet hat. Am Golf von Mexiko hat sich dagegen eine realistische CliFi-Tradition entwickelt, die von konkreten Ereignissen wie den immer massiver werdenden Hurrikans erzählen. Reagiert CliFi auf die Realität oder nimmt sie die Fakten vorweg? Und inwiefern unterscheiden sich Fakten und Fiktion?

Produktion WDR/DLF 2018

Regie Philip Bruehl

Redaktion Leslie Rosin

Am 4.2.2020 um 19:15 wiederholt Deutschlandfunk unser Feature "Passagen der Erinnerung". Jetzt als Teil 1 einer DLF-Reihe: Dekolonisiert Euch!

Im Vordergrund eine Scherbe, im Hintergrund eine Malerei von LaVaughn Belle

Passagen der Erinnerung

Das koloniale Erbe Dänemarks in der Karibik

Zucker war das Weiße Gold für den Aufschwung der Neuen Welt im 18. Jahrhundert, der transatlantische Dreieckshandel war sein Motor und die ehemals Dänisch-Westindischen Inseln in der Karibik waren als Kolonie äußerst profitabel. Problematisch dagegen ist die Erinnerung an die Sklavenwirtschaft auf den Zuckerrohrplantagen. Die Dänen haben 1917 die Inseln samt Einwohnern an die USA verkauft und wollten damit einen Schlusspunkt setzen. Viele Nachfahren der ehemals versklavten Afrikaner wiederum suchen die Wurzeln ihrer Identität.

Wie recherchiert ein Afro-Karibe, was auf der berüchtigten Mittelpassage verloren ging, als seine Vorfahren über den Atlantik verschleppt wurden? Welche Quellen der Erinnerung gibt es für einen Dänen in Kopenhagen? Und wie bringt das Dänisch-Westindische Archiv, das jetzt mit Millionen Dokumenten online geht, beide zusammen? Das Feature zeigt Umrisse einer postkolonialen Erinnerungskultur und beobachtet Menschen auf den Passagen ihrer Erinnerung.

Produktion DLF 2017

Regie Axel Scheibchen

Redaktion Wolfgang Schiller

Demo von Almen Modstand in Aarhus

Gemeinnütziger Widerstand

Die Dänen und der Ghettoplan ihrer Regierung

In Dänemark veröffentlicht die Regierung jedes Jahr eine sogenannte Ghettoliste. Als Ghetto gilt ein Wohngebiet mit über 1000 Bewohnern mehrheitlich aus dem nichteuropäischen Ausland. Der Bildungsstand ist niedrig, die Arbeitslosigkeit hoch. Eigentlich ist ihre Zahl durch Infrastrukturmaßnahmen stetig zurückgegangen, dennoch plant die Regierung, bis zum Jahr 2030 alle „Ghettos“ zu beseitigen. Sie propagiert soziale Mischung statt Parallelgesellschaft. Aber es regt sich Widerstand. Denn geplant ist auch, tausende gemeinnützige Wohnungen abzureißen. Dabei wohnt jeder fünfte Däne gemeinnützig. Sie trauen dem Ghettoplan nicht.

Produktion SWR2 2019

Regie Karin Hutzler

Redaktion Wolfram Wessels